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Freitag, 15. November 2019
25. April 2019 | 07:56

Wegweiser 3: Umwelt – Übergreifenden Ansatz für eine nachhaltige Industrie entwickeln

Aus der Blog-Serie: „POLITIK-KOMPASS – Wegweiser zur Europawahl 2019“

Kreislaufwirtschaft und Recycling spielen in der Stahlindustrie eine große Rolle: Stahl ist der einzige Industriewerkstoff, der ohne Qualitätsverlust beliebig oft recycelt werden kann. Stahlrecycling führt zu ver­ringerten Emissionen, Energieeinsparung und Umweltentlastungen in vielen anderen Bereichen, wie z. B. beim Abfallaufkommen. Die EU hat es sich zum Ziel gesetzt, ein­heitliche Regelungen für die Umweltpoli­tik zu schaffen.

Stahl-Recycling: Ein ewiger Kreislauf

Die Komplexität rechtlicher und technischer Zusammenhänge wird dabei aber oft vernachlässigt. Wechsel­wirkungen bestehen darüber hinaus mit z. B.der Energie­ und Klimapolitik. Ein inte­grierender Ansatz über alle Politikbereiche ermöglicht es, Inkonsistenzen aufzu­decken und zu beseitigen sowie positive und negative Effekte gegeneinander abzu­wägen. Dadurch können in der Umwelt­politik Prioritäten gesetzt werden, welche die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie stützen und den Schutz der Men­schen, der Umwelt und der Ressourcen weiter verbessern.

Handlungsempfehlungen:

  • Die Umweltpolitik an den Zielen der Nachhaltigkeit ausrichten und dabei die Auswirkungen auf Gesellschaft und Wirtschaft ebenso berücksichtigen
  • Den Recyclinggedanken – inklusive Lebenszyklen, Mehrfachrecycling und Inhärenz – vermehrt in die EU-­Politik  einbringen
  • Bestehende Regelungsbereiche in der künftigen Luftreinhaltepolitik weiterhin klar voneinander trennen und an dem Prinzip der integrierten Vermeidung und Verminderung von Umwelteinflüssen ausrichten
  • In der Produktpolitik gleiche Anforderungen an Importe stellen, wie sie für europäische Produkte bereits bestehen

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Grafik „Materialmanagement in der Stahlindustrie“

Obwohl die Stahlindustrie mit großen Stoffmengen umgeht, sind die aus den Prozessen resultierenden Abfallmengen gering. Das liegt daran, dass anstelle von Abfällen hochwertige Nebenprodukte erzeugt werden, die genau wie das Hauptprodukt einem Qualitätsmanagement unterliegen und vermarktet werden. Das spart Ressourcen und mindert Umwelteinflüsse.


Grafik „Beispiel einer Energieverbundwirtschaft in der Stahlindustrie“

Durch Nutzung von Hochofen-, Koksofen- und Kovertergas sowie Prozessdampf und -wärme aus Abhitze kann der Bedarf an gasförmigen Brennstoffen der einzelnen Produktionsstufen in einem integrierten Hüttenwerk fast komplett abgedeckt werden. Damit werden in einem energieeffizienten integrierten Hüttenwerk die Mengen von Strom und Erdgas, die zugekauft werden müssen, soweit verringert, dass eine nahezu autarke Stromerzeugung und Brenngasnutzung möglich ist.

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Tags
Energie und Umwelt
Nachhaltigkeit
Recycling
Umweltschutz

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