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Samstag, 22. Februar 2020
18. Dezember 2019 | 13:08

„Stahl ist für den Konsum unverzichtbar“

In einer Studie hat das Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen (IMWS) die Rolle von Stahl als „Enabler“ der Kreislaufwirtschaft aus der Perspektive von Haushalten in Deutschland untersucht. Wir haben mit Dr. Frank Pothen, dem Leiter der Studie, über die Ergebnisse gesprochen.

Herr Dr. Pothen, in der Studie wird der Begriff „stahlintensiv“ bzw. „Stahlintensität“ verwendet. Wie ist das zu verstehen?
Stahlprodukte findet man in Maschinen, Gebäuden oder der Infrastruktur. Sie werden inzwischen in immer komplexeren internationalen Wertschöpfungsketten dazu genutzt, wiederum Güter herzustellen, die oft selbst keinen Stahl enthalten: Eine Tomate enthält z. B. keinen Stahl, aber das Gewächshaus, in dem sie gezüchtet wurde. Die Bedeutung von Stahl für den Alltag ist also nicht immer auf den ersten Blick sichtbar. Der Werkstoff begegnet uns direkt wie indirekt und ist nahezu unverzichtbar. In der vorgelegten Studie wurde deshalb der Indikator „Stahlintensität des Konsums“ eingeführt. Beispielsweise bestehen 36 Prozent der Konsumgüter wie Nahrungsmittel, Versicherungen oder Bücher nicht aus Stahl. Dennoch weisen sie eine gewisse Stahlintensität auf. Somit wird der Stahleinsatz quantifiziert, der zur Deckung privaten Konsums erforderlich ist.

Nennen Sie uns doch ein paar Zahlen.
Mehr als die Hälfte der Stahlintensität des Konsums ist mit der Mobilität sowie dem Wohnen verbunden. Für die Fertigung eines Automobils werden durchschnittlich entlang der Wertschöpfungskette rund 1.605 kg Stahl erzeugt. Auch für Produkte, die Stahl selbst nicht enthalten, gibt es Beispiele: So wurden zwischen 1995 und 2015 pro Jahr 8,3 kg Stahl in der Produktion der Nahrungsmittel und 1,8 kg Stahl für die Körperpflege des Durchschnittsbürgers eingesetzt.

Wie hängen Stahlrecycling und Konsum zusammen?
Stahl ermöglicht das Schließen von Wertstoffkreisläufen und ist aufgrund seiner Eigenschaften hervorragend für die Refabrikation geeignet. Stahl ist darüber hinaus multirecylingfähig, kann also beliebig oft wiederverwendet werden – und das ohne Qualitätsverluste. Infolgedessen ist Stahl also ein sehr nachhaltiger Werkstoff. Wie aufgezeigt, spielt Stahl nicht nur in der industriellen Anwendung, sondern auch beim privaten Konsum eine wichtige Rolle. Stahl trägt somit zur Nachhaltigkeit des Konsums bei.

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Kreislaufwirtschaft
Recycling
Wertschöpfungsketten

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