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Montag, 10. Dezember 2018
31. Januar 2018 | 11:22

Baustein 2: Energie und Klima – Wettbewerbsfähigkeit im Blick behalten

Aus der Serie: Koalitionsverhandlungen: Bausteine für eine starke Stahlindustrie

Darum geht es

Die Energiewende und die Umsetzung der langfristigen Klimaziele sind mit erheblichen technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen verbunden. Eine leistungsfähige und innovative Industrie trägt dabei entscheidend zum Gelingen bei. Dies gilt insbesondere auch für die Stahlindustrie, die als Grund- und Werkstofflieferant die Basis für die industriellen Wertschöpfungsketten bildet.

Innovative Stähle sparen sechsmal so viel CO2 ein, wie ihre Produktion verursacht

 
Der Werkstoff Stahl trägt erheblich zum Klimaschutz bei: Innovative Stähle und ihre Anwendungen sparen durchschnittlich das 6-fache an CO2-Emissionen ein, die bei ihrer Produktion entstehen. Damit die Stahlindustrie ihren Beitrag auch in Zukunft erbringen kann, muss die Energie- und Klimapolitik jedoch so gestaltet werden, dass die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Stahlstandortes erhalten bleibt. Denn trotz des Pariser Klimaabkommens sind in diesem Bereich für die Stahlindustrie weltweit gleiche Rahmenbedingungen in weiter Ferne.

Energiewende: Durch die Förderung erneuerbarer Energien entstehen, solange diese die Wirtschaftlichkeit noch nicht erreicht haben, erhebliche Zusatzbelastungen für die Stromkosten, mit denen für die energieintensive Stahlbranche eine international wettbewerbsfähige Produktion nicht möglich wäre. Die bestehenden Belastungsbegrenzungen sind daher unverzichtbar. Auch dann noch zahlt die Stahlindustrie in Deutschland jährlich 170 Millionen Euro an EEG-Umlage. Durch die Energiewende sind die Stahlunternehmen zudem in den letzten Jahren mit einem massiven Anstieg der Netzkosten konfrontiert.

EU-Emissionsrechtehandel: Daneben wird die neue Richtlinie zum europäischen Emissionsrechtehandel im Zeitraum 2021 bis 2030 in der Stahlindustrie zu einer erheblichen Minderzuteilung und somit massiven Kosten durch den Kauf von Zertifikaten führen. Es muss ein Weg gefunden werden, dass die effizientesten Anlagen durch den Emissionsrechtehandel nicht mit Mehrkosten belastet werden. Solche Belastungen durch eine restriktive und einseitige Energie- und Klimapolitik nähmen der Branche auch den erforderlichen Spielraum für Forschung und Entwicklung. Die etablierten Verfahren der Stahlerzeugung stoßen bei der CO2-Minderung an prozessbedingte Grenzen. Für durchgreifende CO2-Minderungen wären neue Verfahren und Technologien erforderlich, die aber nur langfristig angestrebt werden können und in der Stahlindustrie derzeit Gegenstand von Forschung und Entwicklung sind. Angesichts der erforderlichen massiven Investitionen und Mehrkosten ist eine Wirtschaftlichkeit nicht absehbar. Daher muss auf eine umfassende finanzielle Förderung von Forschung, Entwicklung und Umsetzung im industriellen Maßstab gesetzt werden.

Das kann die Politik tun

  • Die Energiewende kosteneffizient ausgestalten
  • Die bestehenden Belastungsbegrenzungen für energieintensive Unternehmen zum Erhalt der industriellen Wettbewerbsfähigkeit fortführen
  • Die ökologisch sinnvolle Verwertung von Restgasen und Restenergien zur Stromerzeugung von energie- und klimapolitischen Zusatzkosten freistellen
  • Die Kompensation emissionshandelsbedingter Strompreissteigerungen fortsetzen
  • Die Netzentgelte für Strom unter dem Gesichtspunkt der internationalen Wettbewerbsfähigkeit betrachten
  • Auf nationale Zusatzanforderungen, die über den europäischen Emissionsrechthandel hinausgehen, verzichten
  • Forschung, Entwicklung und Umsetzung im industriellen Maßstab mit Blick auf langfristig CO2-arme Produktionsverfahren umfassend fördern

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Emissionshandel
Energiewende
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