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Dienstag, 27. Juni 2017
1. März 2017 | 09:55

Starke Wertschöpfungsketten. Starkes Land!

| Ein Crosspost vom NRW-Wirtschaftsblog |

„Buy American“, „Buy British“? 2017 hat unruhig begonnen. Die Globalisierung steht auf dem Prüfstand. Wird der Protektionismus zunehmen und drohen Verwerfungen der weltweiten Handelsströme zu Lasten der exportorientierten deutschen Wirtschaft?

Das geht auch Nordrhein-Westfalen etwas an – und im Besonderen seine Stahlindustrie. Hier ist das Netzwerk zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen besonders eng geknüpft. Grundlagen- und Anwendungsforschung sind in einer solchen Weise mit der Industrie verbunden, dass daraus entlang eingespielter Wertschöpfungsnetzwerke der Erfolg von Produkten „Made in Germany“ entsteht.

Nordrhein-Westfalen als traditionelles Kernland der Stahlindustrie hat Schlüsselfunktionen für die industrielle Wertschöpfung. Aber wird das Bundesland auch künftig ein starker Stahlstandort und somit Wirtschaftsstandort bleiben?

Die Stahlindustrie hat in den letzten Jahrzehnten viele Anpassungsprozesse durchlebt und bewältigt. Mit Veränderungsbereitschaft und nachhaltiger Modernisierung ist die Branche in Nordrhein-Westfalen mit hochwertigen Produkten auf einem guten Weg und hat grundsätzlich solide Aussichten. Bildlich gesprochen sind wir mit guter Geschwindigkeit auf der Autobahn unterwegs. Allerdings werden wir immer wieder ausgebremst – von unfairem Wettbewerb und Dumpingstahl aus China, immer weiteren Belastungen aus europäischer und nationaler Klima- und Energiepolitik. Die Situation ist unfair und wir drohen abgehängt zu werden.

Machen wir uns die Sache jetzt einfach, geben der Globalisierung die Schuld und suchen das Heil in der Abschottung? Sicher nicht. Ein exportorientiertes Land wie Deutschland braucht eine vernetzte Weltwirtschaft und grenzüberschreitende Wertschöpfungsnetzwerke. Beispielsweise mit den USA sind wir im Stahlbereich intensiv verflochten. Ein Fünftel der deutschen Stahlexporte außerhalb der EU geht in die USA, das entspricht 800.000 Tonnen. Außerdem nehmen die USA 2,5 Millionen Tonnen stahlintensive Güter wie Maschinen und Fahrzeuge aus Deutschland ab. Ohne offene Märkte und fairen Wettbewerb würden innovative Wertschöpfungsnetzwerke bis hin zur Stahlproduktion und der damit verbundenen Forschung in Nordrhein-Westfalen in Mitleidenschaft gezogen.

Gut funktionierende Wertschöpfungsketten sind die Stärke unseres Industriestandorts und Stahl ist ein unverzichtbares Glied in der Kette. Dies sollte die Politik auch im stürmischen Wahljahr 2017 mit berücksichtigen.

KerkhoffÜber den Autor: Hans Jürgen Kerkhoff ist Präsident und Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung Stahl und Vorsitzender des Stahlinstituts VDEh.

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Außenhandel
Nordrhein-Westfalen
Stahlindustrie in Deutschland

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