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Dienstag, 27. Juni 2017
19. Juni 2015 | 13:32

Stahl fliegt! 2015: In 17,23 Sekunden zum Sieg

Am zweiten Messetag der internationalen Metallurgiefachmesse METEC fand der diesjährige Flugwettbewerb von Stahl fliegt! statt. Sieger sind Teams aus Dortmund und Darmstadt.

Nach wochenlanger, intensiver Tüftelei um die optimale Konstruktion eines Fliegers war es am 16. und 17. Juni endlich soweit. Im Rahmen des Messequartetts der Fachmessen GIFA, METEC, THERMPROCESS und NEWCAST in der eigens von der Messe Düsseldorf bereitgestellten Messehalle 6 wurde einmal mehr bewiesen, dass Stahl fliegt. Die 15 Teams von sechs Universitäten hatten rund 24.000 qm für ihre Flugversuche zur Verfügung.

Gute Flugzeiten alleine reichen nicht

Stahl fliegt! 2015 - Moment vor dem Abwurf

Der Moment vor dem Abwurf: Ein Teilnehmer wartet auf das Startsignal beim Flugwettbewerb von Stahl fliegt!
(Foto: Stahl-Zentrum)

Doch bevor die Konstruktionen fliegt, galt es eine weitere Hürde zu nehmen. Nicht genug, einen Flieger aus Stahl zu bauen. Er will zudem auch erklärt werden. So müssen die teilnehmenden Teams ihre Konstruktion auch einer Jury erläutern – deren Bewertung mit in das Gesamturteil einfließt. So wird u.a. auch bewertet, wie ungewöhnlich und innovativ eine Konstruktion ist. In diesem Jahr musste zudem eine Mutter von 4,5 Gramm transportiert werden.

17,23 Sekunden – besser war kein Team

Nach der technischen Abnahme ging es dann ans Eingemachte. Fünf Flugrunden – sprich fünf Abwürfe aus rund zehn Metern Höhe – hatten die Teams, um möglichst lange Flugzeiten zu erzielen. Dabei starteten die Flieger in zwei Kategorien: reine Segelflieger und solche mit Antrieb. Der Konstruktionserfolg ist dabei sofort offensichtlich: Während die einen elegante Kurven drehten und sanft zu Boden gleiteten, taumelten die anderen unkontrolliert durch den Luftraum und krachten zu Boden. Mit einer Durchschnittszeit von 17,23 Sekunden aus fünf Versuchen hat es Team 1 des Instituts für Umformtechnik und Leichtbau der Technischen Universität Dortmund aufs Siegerpodest geschafft und das mit einem Riesenabstand zum zweitplatzierten Team Bremen 1 des Instituts für Fertigungstechnik der Universität Bremen. Dessen Flieger schaffte es immerhin 15,81 Sekunden in der Luft zu bleiben.

In der Kategorie „Angetriebene Flieger“ lagen die Flugzeiten noch deutlicher unter denen der Segelflieger-Kategorie. Hier hielt das Gewinnerteam Darmstadt 3 des Instituts für Produktionstechnik und Umformmaschinen der TU Darmstadt seinen Flieger 6,68 Sekunden in der Luft. Das war mehr als eine Sekunde länger als das zweitplatzierte Team Aachen 1 des ibf der RWTH Aachen, das es auf 5,33 Sekunden brachte.

„Studierende für den Werkstoff begeistern“

„Wir wollen mit dem Wettbewerb die Studierenden für den Werkstoff Stahl begeistern, ihnen zeigen, dass das ein toller Leichtbauwerkstoff ist und die Kreativität der jungen Leute ansprechen“, so Dr.-Ing. Hans-Joachim Wieland von der Forschungsstelle Stahlanwendung e.V. FOSTA, die den Wettbewerb seit nun 15 Jahren unterstützt und fördert – in diesem Jahr u.a. mit Tablets als Preisen für die Gewinner.

So sehen Sieger aus - li.: Team Dortmund 1 | re.: Team Darmstadt 3. (Foto: Messe Düsseldorf / ctillmann)

So sehen Sieger aus! – li.: Team Dortmund 1 | re.: Team Darmstadt 3. (Foto: Messe Düsseldorf / ctillmann)

Bei dem Studierendenwettbewerb „Stahl fliegt“ – in diesem Jahr vom Institut für Bildsame Formgebung (ibf) der RWTH Aachen veranstaltet – geht es darum, einen Leichtbauflieger aus Stahl zu fertigen, der möglichst lange in der Luft bleibt. Erlaubt sind alle Materialien, die zu mindestens 70 Prozent aus Eisen und damit aus legiertem bzw. unlegiertem Stahl bestehen – von dünnen Stangen und Röhren über Folien und Draht bis hin zu dünnen Blechen. Weitere Voraussetzungen: Die Flieger müssen eine Mutter von 4,5 Gramm transportieren, sie dürfen maximal 400 Gramm wiegen und nicht größer als ein Kubikmeter sein. Außerdem ist die Verwendung eines Propellers mit einem Gummiband-Antrieb erlaubt. Wessen Flieger dann am längsten fliegt, hat gewonnen

Der Wettbewerb „Stahl fliegt“ hat Tradition, seit über 15 Jahren ringen Studenten und Studentinnen vieler Universitäten darum, einen Stahlflieger zu konstruieren, den es möglichst lange in der Luft hält. Für die Studierenden ist der Wettbewerb Teil des Studiums. Die Konstruktion des Fliegers wird als Projektarbeit gewertet und als Studienleistung angerechnet.

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Über den Autor: Rainer Salomon ist Abteilungsleiter bei der Forschungsvereinigung Stahlanwendung e. V. und dort für Forschungsthemen in den Bereichen Umformen und Fügen von Stahl  zuständig.


Beitragsbild: Messe Düsseldorf / ctillmann

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