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Montag, 25. September 2017
5. November 2014 | 16:28

Perspektiven mit Stahl

„Der Stahlindustrie nicht das Wasser abgraben“

Stahl umgibt uns jeden Tag: Wenn wir die Heizung einschalten, den Lift benutzen, mit Auto, Bahn oder Bus zur Arbeit fahren, übernimmt der Werkstoff wichtige Funktionen. Er gibt Form, stabilisiert, bietet Sicherheit und bildet somit eine verlässliche Grundlage für viele Produkte, die unseren Alltag prägen. Auch für die Zukunft ist Stahl unverzichtbar. Breite Verwendung findet der Werkstoff sowohl in der regenerativen, wie auch in der konventionellen Energieerzeugung. Energietransport wäre ohne Pipelines und Stromleitungen nicht denkbar. Eine moderne Verkehrsinfrastruktur, mit Brücken, Schienen oder Leitplanken auf den Straßen, setzt auf solide, langlebige Stähle. Für Städte ist Stahl aufgrund seiner Recyclingfähigkeit und Flexibilität der Werkstoff der Wahl. Auch Mobilität ist ohne die Vorteile des immer leichteren, wiederverwertbaren und gestaltungsoffenen Materials undenkbar.

Leistungsfähigkeit und Effizienz: Entlang dieser Linien wird der Stahl in Deutschland stets weiterentwickelt. Die Kooperation zwischen den Stahlherstellern, Verarbeitern und Kunden bringen Innovationen hervor, die zu neuen Produkten führen. Möglich machen diesen Prozess die räumliche Nähe zwischen den einzelnen Gliedern der Wertschöpfungskette sowie das Forschungsnetzwerk Stahl. Dieses ist sowohl im internationalen Vergleich, als auch im Vergleich der Werkstoffe einzigartig. Vor allem aber ist die Stahlindustrie sowohl bei ihren Produkten, als auch beim Produktionsprozess der Nachhaltigkeit verpflichtet.

Ressourcenschonung, Energieeffizienz und Emissionsminderung stehen seit Jahren ganz oben auf der Agenda der Branche. Vieles wurde hier bereits erreicht: Nirgendwo auf der Welt wird Stahl umweltschonender hergestellt als in Deutschland. Nirgendwo auf der Welt wird auf die Mehrfachnutzung der Energie und anderer Ressourcen mehr geachtet, als an den Stahlstandorten in Deutschland. Während die technischen Möglichkeiten der Emissionsminderung in der Stahlerzeugung nahezu ausgeschöpft sind, können durch die Anwendungen der hierzulande entwickelten Hightech-Stähle CO2-Emissionen eingespart werden – und zwar mehr als bei ihrer Herstellung entsteht.

Stahlunternehmen aus Deutschland und Europa werden an ihrem Streben nach Innovationen und Nachhaltigkeit festhalten. Doch sie agieren im internationalen Umfeld und müssen sich mit Wettbewerbern messen, deren Standorte deutlich günstigere Rahmenbedingungen bieten. In Europa besorgt die momentane Ausrichtung der Klima- und Energiepolitik die Branche sehr. Unverhältnismäßig sind die Forderungen, widersprüchlich und zu kurz gedacht die Instrumente, die Berlin und Brüssel zur Erreichung der an sich erstrebenswerten Ziele vorschlagen. Die Politik darf die Stahlindustrie nicht länger unter Druck setzen. Denn diese Branche leistet nicht nur einen ökonomischen, sondern auch einen technologischen und ökologischen Beitrag für die Gesellschaft in Deutschland. Werkstoffkompetenz, wie sie der Stahl verkörpert, ist in das industrielle Erfolgsmodell in Deutschland fest eingebettet. Die Politik muss die Rahmenbedingungen schaffen, dass es so bleibt.

Eines möchten wir verdeutlichen:
Die Stahlindustrie leistet viel wenn man sie lässt. Man darf dem gezeigten „Wertschöpfungsbaum“ nicht das Wasser abgraben.

Der Beitrag ist zeitgleich im Magazin „Perspektiven mit Stahl“ erschienen. Lesen Sie die Publikation hier online oder bestellen Sie sich Ihr Printexemplar auf www.stahl-online.de

KerkhoffÜber den Autor: Hans Jürgen Kerkhoff ist Präsident und Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung Stahl und Vorsitzender des Stahlinstituts VDEh.

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