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Samstag, 18. November 2017
6. Februar 2014 | 09:32

Mit Stahl zu sauberer Luft

„Der Himmel über dem Ruhrgebiet muss wieder blau werden!“ forderte Willy Brandt 1961 in einer Rede in der Bonner Beethovenhalle. Diese Worte bedürfen keiner weiteren Erläuterung, um zu erkennen, dass es damals enormer Bemühungen zur Luftreinhaltung bedurfte, um einen blauen Himmel an Industriestandorten zu erreichen.

Staubemissionen_Stahlindustrie[1]Einen großen Anteil daran hat auch die Stahlindustrie in Deutschland, die für dieses Ziel Anstrengungen auf sich genommen hat. Mit Hilfe technischer Innovationen gewährleistet Sie bestmöglichen Schutz der Umwelt. Dabei wird den Vorgaben des Bundesimmissionsschutzgesetzes und der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft entsprochen (kurz: TA Luft), denen die verschiedensten Formen der Produktionsanlagen in Genehmigung und Betrieb unterliegen. Somit hat die Stahlindustrie einen maßgeblichen Anteil an den Verbesserungen der Umweltsituation und der Luftqualität in Deutschland. Bisher konnten beispielsweise die Staubemissionen seit 1980 um 87 Prozent gesenkt werden. Durch weitere geplante Modernisierungen der Anlagen und den Einsatz noch effektiverer Filtertechnologien sind zukünftig weitere Emissionsminderungen zu erwarten.

Saubere Luft – auch für Europa

Einen wesentlichen Einfluss auf europaweite Maßnahmen zur Emissionsminderung der Stahlindustrie hat ebenso die europäische Richtlinie über Industrieemissionen, welche seit Mai 2013 in das deutsche Recht umgesetzt ist. Sie verlangt in einem integrierten Ansatz zur Berücksichtigung aller Umwelteinflüsse, dass der Stand der Technik in einem regelmäßigen europaweiten Informationsaustausch unter der Beteiligung der Behörden und der Industrie fortgeschrieben wird (BVT-Merkblatt). Ihre Vorgaben werden in Deutschland bereits überwiegend eingehalten, so dass nur noch wenige Nachbesserungen erforderlich sind.

Doch ein blauer Himmel ist nicht genug. Das 7. Umweltaktionsprogramm der Europäischen Union zielt nun darauf, überall in Europa eine Luftqualität zu erreichen, die keinen bedeutsamen negativen Einfluss auf die menschliche Gesundheit sowie die Umwelt hat und auch kein Risiko für diese ist. Die Europäische Kommission gibt allen Mitgliedstaaten der EU hierzu verbindliche Emissionshöchstmengen für bestimmte und relevante Luftschadstoffe vor, die in zwei Stufen bis 2020 und 2030 zu erreichen sind.

Auch wenn der Verkehr, die Landwirtschaft und Verbrennungsanlagen heute die größten Beiträge an Luftschadstoffen liefern, wird auch die Eisen- und Stahlindustrie durch die Anwendung der besten verfügbaren Techniken weiter ihren Anteil an der Reinhaltung der Luft leisten.

Quellen

[1] Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft-TA Luft, 24. Juli 2002

[2] BVT-Merkblatt zu Eisen- und Stahlherstellung (.pdf), 2013

[3] Europäische Kommission: 7th Environment Action Programme (EAP)

Links

Thema „Umwelt und die Stahlindustrie“ auf stahl-online.de

Thema „Emissionshandel“ auf stahl-online.de

Pressemitteilung der Europäischen Kommission: Umwelt: Neues Maßnahmenpaket für saubere Luft in Europa, 18. Dezember 2013

Europäische Kommission: The Clean Air Policy Package, 18. Dezember 2013

Foto: Hochofen 5 A von ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt am Oder-Spree-Kanal

Messner_1Über den Autor: Dr. Matthias Messner ist Mitarbeiter des Stahlinstituts VDEh und im Bereich Umwelt für das Thema Immissionsschutz zuständig.

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Tags
CO2
Emissionen
Umweltschutz

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