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Montag, 25. September 2017
15. Februar 2017 | 12:03

Mit Industrie 4.0 blickt die Stahlindustrie vernetzt in die Zukunft

Das Thema Industrie 4.0 erfasst die gesamte Wirtschaft. Auch die Stahlindustrie ist Teil der „vierten industriellen Revolution“. Mit ihr sind große Chancen, aber auch Herausforderungen in der Stahlproduktion verbunden.

In unserem Blog-Beitrag „Fit für die Zukunft in der Arbeitswelt Stahl“ haben wir bereits über den technischen und organisatorischen Wandel in der Arbeitswelt Stahl und die damit verbundenen Herausforderungen für die Mitarbeiter geschrieben. Die Stahlindustrie in Deutschland hat das Wertschöpfungspotenzial der Digitalisierung erkannt. Doch wie genau macht sich Industrie 4.0 in der Stahlindustrie bemerkbar?

Moderne Technologien für die Stahlindustrie

Eine Stahlproduktion ohne moderne Informationstechnologien ist heute gar nicht mehr vorstellbar. Zwar wird die Stahlherstellung niemals ohne große Anlagen und Aggregate auskommen, aber die Produktion kann problemlos mit digitalen Instrumenten verknüpft werden, sodass die Prozesseffizienz noch weiter steigt.

Prozessoptimierung in der Stahlindustrie gibt es schon lange. Angefangen mit der Automatisierung der Anlagen kommen nun verstärkt Informations- und Telekommunikationstechnologien hinzu. Insbesondere in den letzten 25 Jahren konnten durch viele innovative technische Entwicklungen eine kostengünstige Produktion, höhere Flexibilität, ständige Qualitätsverbesserungen und die Entwicklung neuer Produkte erreicht werden. Nicht zuletzt werden durch effizientes Anlagenmanagement auch Ressourcen geschont. Durch die digitale Begleitung der Produktion werden diese Entwicklungen auf das nächste Level gehoben.

„Smart Factories“ optimieren den Produktionsprozess

Aber Industrie 4.0 ist längst mehr als nur die digitale Transformation der Produktion. Sie verbindet Technologie und Informatik mit den Menschen im Arbeitsprozess. Durch Industrie 4.0 sind relevante Daten in Echtzeit verfügbar und die an der Wertschöpfung beteiligten Instanzen eng miteinander vernetzt. Entwicklung, Produktion, Logistik und Kunden sind miteinander verbunden. Die klassischen Produktionshallen verwandeln sich in sogenannte „Smart Factories“.

Grundlage einer „Smart Factory“ ist das Sammeln, Analysieren und Verknüpfen von sehr großen Datenmengen. In der Stahlindustrie wird an verschiedenen Aggregaten als das erfasst, was das Endprodukt beeinflussen kann: Materialzusammensetzung (Kohlenstoffgehalt), Temperaturen, Oberflächenfehler, Abmessungen. Im nächsten Schritt gilt es, diese Information mittels Algorithmen so zu verknüpfen, dass im weiteren Produktionsprozess auf Unregelmäßigkeiten reagiert werden kann.

Die Stahlindustrie überzeugt mit innovativen Ideen

Industrie 4.0-Anwendungen steigern die Flexibilität einzelner Anlagen. Beispielsweise können die Produktionsprozesse an das Stromangebot angepasst werden. Daraus ergeben sich völlig neue Geschäftsmodelle für Stahlunternehmen und Energieversorger. Darüber hinaus können Kunden die Produktion ihrer Aufträge mittlerweile online verfolgen und kurzfristig Änderungen bei Materialeigenschaften oder Terminierung vornehmen.

So vielfältig die Prozesse in einem modernen Stahlwerk sind, so zahlreich sind die Anknüpfungspunkte für die Anwendungen aus dem Bereich Industrie 4.0. Durch die neuen Informationstechnologien kann eine zusätzliche Dynamik auch in einer traditionellen Prozessindustrie wie der Stahlindustrie gewonnen werden. Vielmehr kann die Verzahnung von Produktion und Informationstechnik sogar nur mit Hilfe der Grundstoffindustrie gelingen.

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Über die Autorin: Carolin Marienfeld ist Volontärin im Bereich Öffentlichkeitsarbeit im Stahl-Zentrum in Düsseldorf.


Beitragsbild: Foto: worldsteel / Gregor Schläger

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Tags
Digitalisierung
Industrie 4.0
Innovation
Stahlindustrie in Deutschland

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