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Samstag, 18. November 2017
3. August 2015 | 15:31

Klimaschutz: Stahl passt ins Bild

„Zusammen ist es Klimaschutz“ heißt die originelle Kampagne des Bundesumweltministeriums, in der jeder Einzelne zum verantwortungsbewussten Handeln aufgerufen wird. Mit demselben Slogan kann man aber auch die Rollen von Politik und Industrie in der Klimavorsorge umschreiben: Allein politische Klimaziele zu formulieren, reicht nicht aus. Denn Klimaschutz findet nicht auf Papier statt – er erfordert gleichgerichtetes Handeln.

Klimaschutz braucht das Engagement der Industrie

Ist eine emissionsarme Welt das Ziel, müssen alle materiellen Komponenten unserer Gesellschaft auf den Prüfstand: Vom individuellen Konsum, über die Effizienz der Produkte und der industriellen Prozesse, bis hin zur Energiegewinnung und dem Umgang mit natürlichen Ressourcen. All das sind Themen, die die Stahlindustrie seit Jahren bewegen und bei denen die Branche auch konkrete Beiträge zur Klimavorsorge vorzuweisen hat. Wie diese Beiträge zu den politischen Klimazielen passen, zeigt das Klimapuzzle der Wirtschaftsvereinigung Stahl.

Vier Ziele, vier Beiträge

Als Basiswerkstoff beeinflusst Stahl die Klimabilanz vieler Produkte, die für uns alltäglich sind. Von klimafreundlich kann man sprechen, wenn mit weniger Ressourceneinsatz die gleiche Funktionalität erreicht wird. Gleiche Leistung bei weniger Material lautet die Devise bei den sogenannten hochfesten Stählen, aus denen z.B. leichtere Autos gebaut werden können, die auch weniger Emissionen verursachen.

Das Ziel der Ressourcenschonung erreicht die Stahlindustrie auch, indem sie Nebenprodukte, wie etwa Hüttensand, als Rohstoff der Zementproduktion zuführt, so dass dabei CO2-Emissionen reduziert werden. Die energetische Nutzung von Kuppelgasen in unternehmenseigenen Kraftwerken ist ebenfalls ein Paradebeispiel für CO2-Einsparungen durch Ressourcenschonung.

Die Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Quellen ist ohne Stahl nicht umsetzbar. Der Werkstoff ist für Turbinen oder Windräder essenziell. Er wird in Haltekonstruktionen und in der Netzinfrastruktur angewandt. Moderne Stähle bieten auch hier höchste Effizienz bei geringem Wartungsaufwand.

Was kann aber die emissionsintensive Stahlindustrie selbst tun, um ihren CO2-Ausstoß zu mindern? Die heute verfügbaren technologischen Potenziale sind nahezu ausgeschöpft. Aber die Branche forscht an neuen Möglichkeiten, das anfallende CO2 zu speichern und wirtschaftlich zu verwerten, z.B. als Basis für Kraftstoffe. Die Ergebnisse dieser Bemühungen sind noch offen, die Übergänge von Demonstrationsanlagen zur großindustriellen Anwendung lang, und oftmals ist die Wirtschaftlichkeit nicht absehbar.

Die Frage der Rahmenbedingungen

Die Stahlindustrie steht zu ihrer Verantwortung für das Klima und ist bereit, ihren Beitrag zu leisten. Für jedes nachhaltige unternehmerische Handeln gilt allerdings: Die Anreize müssen sinnvoll gesetzt werden und die Planungssicherheit muss gegeben sein. Außerdem hängt in einer hochkompetitiven Branche, wie der Stahlindustrie, die Innovationskraft auch immer von den lokalen und globalen Rahmenbedingungen ab. Aus diesen Gründen ist bei der Gestaltung der Klimaschutzinstrumente, wie des Emissionshandels oder der Energiebepreisung, Fingerspitzengefühl gefragt.

 

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Portrait_Marzena_Kloka_2015_140x194Über die Autorin: Marzena Kloka-Kohnen ist Referentin für Public Affairs bei der Wirtschaftsvereinigung Stahl.

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