stahl-blog.de - Stahl im Fokus

Samstag, 18. November 2017
20. September 2017 | 09:37

in orbit – von Stahl und Spinnen

Ein „Spinnennetz“ aus Stahlseilen hat seit 2013 bereits mehr als 150.000 schwindelfreie Besucher im K21 Ständehaus in Düsseldorf begeistert. Erst im März 2017 wurde die Installation in orbit des Künstlers Tomás Saraceno aufgrund der hohen Besucherzahlen erneut für ein weiteres Jahr verlängert.

Die wagemutigen Besucher des Kunstwerks, die sich auf das in 25 Metern Höhe unter der Glaskuppel angebrachte Stahlnetz getraut haben, sehen vom Boden der Piazza des K21 aus wie kleine schwebende Figuren.

Das Stahlnetz des Künstlers Tomás Saraceno hängt in luftiger Höhe unter einer Glaskuppel. (Foto: Carolin Marienfeld)

Schwingende Stahlseile werden zur Mutprobe

Der Künstler Tomás Saraceno hat für die Installation 2.500 Quadratmeter hochmoderne Sicherheitsnetze in drei Lagen ausgespannt, in denen luftgefüllte PVC-Kugeln liegen. Die Konstruktion, die von unten federleicht aussieht, wiegt allein drei Tonnen. Die größte Kugel kommt auf ein Gewicht von 300 Kilogramm. Die Stahlseile sind so eng miteinander verknüpft, dass man nicht hindurchfallen kann. Das Sicherheitsgefühl ist zudem durch die Festigkeit der Stahlkonstruktion gegeben. Trotzdem brauchen die Kletterer Mut: Jede Bewegung auf dem Netz wird weitergeleitet. Die Spannung der Stahlseile verändert sich bei jedem Schritt, was die Seile zum Schwingen bringt. Dadurch wird der Untergrund auch für alle anderen Kletterer zu einer wackeligen Angelegenheit und zugleich zu einer Mutprobe.

Vom Spinnen- zum Stahlnetz

Mit der einem Spinnennetz nachempfundenen Rauminstallation will Saraceno erreichen, dass komplexe Naturphänomene für den eigenen Körper nachvollziehbar werden. Die Besucher sollen zudem verstehen, dass alles auf der Welt kausal miteinander verbunden ist. Die Besucher nehmen, ähnlich wie eine Spinne im Netz, die anderen Menschen durch die Vibrationen wahr.

Tomás Saraceno hat die Rauminstallation in orbit von 2011 bis 2013 gemeinsam mit Ingenieuren, Architekten und Biologen geplant.

Wer sich auf das begehbare Kunstwerk traut, braucht Mut: Die Seile schwingen bei jedem Schritt. (Foto: Carolin Marienfeld)

Links

Über die Autorin: Carolin Marienfeld ist Volontärin im Bereich Kommunikation im Stahl-Zentrum in Düsseldorf.


Titelbild: Carolin Marienfeld

Drucken:
Teilen:

Tags
Architektur
Kunst und Design
Stahlanwendung

Hinterlassen Sie einen Kommentar: