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Samstag, 18. November 2017
8. Juli 2014 | 11:20

Happy Birthday, VW Golf!

Der Golf ist jetzt 40 Jahre alt. Im Mai 1974 rollte das erste Fahrzeug vom Band. Inzwischen sind es über 30 Millionen. Stahl ist nach wie vor der wichtigste Werkstoff – rund zwei Drittel des Fahrzeugs bestehen daraus.

Uwe Dageförde, der Meister hat schätzungsweise an jedem 15. Auto mitgebaut.

Uwe Dageförde, Meister bei Volkswagen, hat schätzungsweise an jedem 15. Auto mitgebaut.

 „Es hat seinen Grund, dass weltweit eine ganze Fahrzeug-Klasse nach dem Golf benannt ist“, sagt Uwe Dageförde. Der Meister muss es wissen, schließlich hat er schätzungsweise an jedem 15. Auto mitgebaut. Seit 1977 arbeitet der 55-Jährige bei VW in Wolfsburg. Er hat alle sieben Generationen Golf gefertigt – und die meisten auch privat gefahren.

Nach dem Käfer kam der VW Golf

Alles begann mit dem Golf I als Nachfolger des erfolgreichen Käfers. Es sollte ein modernes, praktisches Familienauto sein – und Designer Giorgio Giugiario fand die passende Form dafür: puristisch, mit klaren Linien. Damit unterschied sich der Wagen deutlich von den bis dahin gängigen, verspielten Limousinen. Schrägheck, Quermotor, Frontantrieb – für Volkswagen war dies der Schlüssel zum Erfolg. Schnell folgten andere Hersteller mit dem gleichen Konzept, z.B. Opel mit dem Kadett (heute Astra) oder Ford mit dem Escort (heute Focus). Die Golf-Klasse war geboren. Neben Form und Funktion war allen Modellen auch der Werkstoff gemein: Ob Karosserie, Fahrwerk oder Antrieb – schon damals machte Stahl die Autos sicher und leistungsfähig.

VW Golf – Verkaufsschlager über Jahrzehnte

Europaweit ist der Golf seit Jahren das meistverkaufte Auto, auch auf dem Heimatmarkt Deutschland. Angeboten wird er in zahlreichen Varianten, von sparsamen Dieselmodellen bis zu den sportlichen Typen GTI und R. Uwe Dageförde erinnert sich noch genau an seinen GTI der zweiten Generation, obwohl er das Auto bereits vor mehr als drei Jahrzehnten fuhr: „Zweitürer. Schwarz. 112 PS. Doppelscheinwerfer-Grill.“ Karosserievarianten wie das Cabrio vervollständigen die Produktfamilie: Dageförde sattelte später als Familienvater beispielweise auf den Variant um, die Kombi-Ausführung. Außerdem nutzt Volkswagen die Golf-Plattform heute auch für verwandte Modelle wie den Touran.

VW Golf VII – sicherer und leichter dank Stahl

Mit jeder neuen Generation Golf wurde dessen Ausstattungsliste länger. Die Kunden erwarteten mehr Leistung, Platz, Komfort und Sicherheit. Meist führten diese Anforderungen zu höheren Fahrzeuggewichten. Ein Problem, denn um die CO2-Emissionen der Fahrzeuge zu senken, sind möglichst niedrige Gewichte nötig: Je leichter ein Fahrzeug, desto weniger Kraftstoff verbraucht es.

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Der Golf VII durchbricht die Gewichtsspirale: Die aktuelle Generation ist ungefähr so „leicht“ wie der Golf IV von 1997 – obwohl er größer, sicherer und komfortabler ist. Allein bei der Karosserie, die komplett aus Stahl gefertigt wird, hat VW gegenüber der des Vorgängermodells 23 kg gespart. Möglich macht dies vor allem der Einsatz hoch- und höchstfester Stähle zusammen mit neuen Fertigungsverfahren. Im Vorgängermodell machten diese bereits rund zwei Drittel aller verwendeten Stähle aus. Im neuen Golf ist ihr Anteil auf 80 Prozent gestiegen – nicht nur für die Kompaktklasse ein Spitzenwert. Darüber hinaus hat Volkswagen die Form von Profilen und Flächen optimiert und an bestimmten Stellen weniger Material als zuvor eingesetzt, zum Beispiel dank Stahlblechen mit variabler Dicke.

Die Entwicklung geht weiter

Auf dem Markt ist der Golf VII seit Herbst 2012.Eine halbe Million Exemplare wurde bis Dezember 2013 verkauft. Wohin die Reise noch gehen wird? Uwe Dageförde vertraut seinem Arbeitgeber: „Wir haben uns nach dem Auslaufen eines Modells immer gefragt, was jetzt noch kommen könnte. Und es kam immer ein noch besserer Golf.“ Ob das auch beim Golf VIII so sein wird? Den wird Dageförde nicht mehr selbst bauen – er ist dann schon im Ruhestand.

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BartosRalphÜber den Autor: Ralph Bartos ist Technischer Referent im Stahl-Zentrum Düsseldorf und dort vor allem für die Themen Stahl im Automobilbau, Mobilität sowie Verarbeitungstechnologien im Bereich der Stahlanwendung zuständig.

 


Bild: „Golf früher und heute“ – rechts: Golf I, Bj. 1974 (Foto: Lothar Spurzem) | links: Golf VII. Bj. 2012 (Foto: M 93).

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40 Jahre Golf
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