stahl-blog.de - Stahl im Fokus

Mittwoch, 26. April 2017
23. Mai 2014 | 13:40

Fliegt Stahl?

| Ein Gastbeitrag von Dirk Rosenstock (RWTH Aachen) |

Stahl fliegt! – Und dies sogar sehr gut! Das zeigen die Studierenden im Wettbewerb „Stahl fliegt“ in jedem Jahr aufs Neue. Im Sommer 2013 wurde der 13. Wettbewerb durch das Institut für Produktionstechnik und Umformmaschinen (PtU) an der Universität Darmstadt ausgetragen. Dabei traten sieben deutsche Universitäten mit insgesamt 17 Teams gegeneinander an. Die Präsentation der Flieger fand in dem erst kürzlich eröffneten Hörsaal- und Medienzentrum des Campus Lichtwiese statt. Angesichts der Größe des neuen und größten Hörsaals der Universität, hätte der praktische Teil des Wettbewerbes beinahe gleich hier durchgeführt werden können. Dennoch fand der Flugwettbewerb am zweiten Tag in der Messe Frankfurt statt, welche ihre größte Halle zur Verfügung stellte. Am Vorabend hatten die Studierenden die Gelegenheit, sich bei einer kleinen Stärkung über die Konzeptionierung und den Bau ihrer Flieger detailliert auszutauschen. Durch eine kurze Vorstellung des PtU und eine Führung durch die Versuchshallen konnte den Studierenden ebenfalls ein Einblick in die Themenfelder Produktions- und Umformtechnik gegeben werden.


Der Studierendenwettbewerb „Stahl fliegt!“ wird von der Forschungsvereinigung Stahlanwendung e.V. (FOSTA) seit dem Jahr 2000 finanziell gefördert. Im Rahmen des Wettbewerbs treten Teams von je 3­–4 Studierenden verschiedener Universitäten gegeneinander an. Ziel ist es, einen innovativen Modellflieger ausschließlich aus dem Werkstoff Stahl zu konstruieren. Dabei soll eine möglichst lange Flugzeit erreicht werden.

Die Teams werden bei der Planung und dem Bau der Flieger durch Doktoranden der teilnehmenden Institute begleitet. Höhepunkt ist der zweitägige Wettbewerb, bei dem sich die Teams zunächst gegenseitig ihre innovativen Konzepte und deren Umsetzung zum fertigen Stahlflieger präsentieren. Der Flugwettbewerb findet in einer großen Halle statt. Dabei werden die Flieger aus einer Höhe von ca. 10 Metern abgeworfen. Jedes Team hat dabei fünf Abwurfversuche, von denen die besten drei gewertet werden. Seit dem Jahr 2012 muss jedes Team zusätzlich eine M8 Stahlmutter am Flieger befestigen, die als Transportgewicht mitgeführt werden muss.

Die Gewinner erhalten Sachpreise. Es zählen jedoch nicht nur die besten Flugzeiten. Auch besonders innovative und zugleich prinzipiell funktionsfähige Konzepte werden mit einem Innovationspreis prämiert.


Teilnehmer_Stahl_fliegt!_2013_web

Teilnehmer von Stahl fliegt! 2013 (Foto: J. Voit © PtU, TU Darmstadt, 2013)

Die Siegerehrung der Gewinner aus dem vergangenen Jahr fand Anfang April 2014 auf der Abendveranstaltung der thematisch passenden Konferenz „Manufacture of Lightweight Components“ (ManuLight2014) in Dortmund statt. Diese neue Konferenz wurde vom Institut für Umformtechnik und Leichtbau der TU Dortmund ins Leben gerufen. Erfreulicherweise gab es im Jahr 2013 drei erste Plätze. Drei Teams schienen sich offenbar abgesprochen zu haben und erreichten durchschnittliche Flugzeiten von 19.1, 19.2 und 19.3 Sekunden und lagen damit näher beieinander als die Genauigkeit mit der die Schiedsrichter die Zeit stoppen konnten. Die Top-Plätze wurden an die Teams Aachen 3, Bremen 2 und Dortmund 3 vergeben. Der Innovationspreis ging an das Team Darmstadt 3. Dieses nutzte die im Rahmen des Regelwerkes erlaubte Möglichkeit, einen Propellerantrieb mit einem Gummiband umzusetzen. Außerdem wurden Magnete zum Fügen der Bauteile verwendet um nach Bruchlandungen den Flieger schnell wieder betriebsbereit machen zu können.

Auch 2014 findet der Studierendenwettbewerb „Stahl fliegt“ statt. Der Wettbewerb wird in diesem Jahr durch das Bremer Institut für angewandte Strahltechnik (BIAS) organisiert und in der ÖVB Arena in Bremen stattfinden. Los geht es mit der Präsentation der Flieger am 02. Juli. Einen Tag später wird der Flugwettbewerb ausgerichtet.

Für weitere Informationen oder bei Interesse an dem Wettbewerb wenden Sie sich bitte an Dirk Rosenstock (RWTH Aachen).

Links

portrait_rosenstockÜber den Autor: Dirk Rosenstock ist Leiter der Gruppe Massivformteile am Institut für Bildsame Formgebung (IBF) der RWTH Aachen University. Das IBF unter der Leitung von Prof. Hirt führt die Gesamtorganisation von Stahl fliegt.

Beitragsbild: Abwurf eines Stahlfliegers beim Wettbewerb Stahl fliegt 2013 (J. Voit © PtU, TU Darmstadt, 2013).

Drucken:
Teilen:

Tags
Beruf und Weiterbildung
Stahl fliegt!
Studium

Hinterlassen Sie einen Kommentar:


3 Kommentare: