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Montag, 25. September 2017
21. Oktober 2014 | 16:19

Eine neue Reise beginnt…

Seit dem 18. Oktober ist Europas größter Hochofen „Schwelgern 2“ wieder in Betrieb. Nach gut drei Monaten der Modernisierung werden dort wieder täglich rund 12.000 Tonnen Roheisen erschmolzen.

In einem Hochofen werden eisenoxidhaltige Erze mit Koks und Kohlenstaub zu metallischem Eisen reduziert. Das Roheisen wird danach in einem der Oxygenstahlwerke zu hochwertigem Rohstahl weiterverarbeitet, aus dem dann Stahlbrammen und am Ende Stahlbleche entstehen. © ThyssenKrupp Steel Europe/KircherBurkhardt

In einem Hochofen werden eisenoxidhaltige Erze mit Koks und Kohlenstaub zu metallischem Eisen reduziert. Das Roheisen wird danach in einem der Oxygenstahlwerke zu hochwertigem Rohstahl weiterverarbeitet, aus dem dann Stahlbrammen und am Ende Stahlbleche entstehen.
© ThyssenKrupp Steel Europe/KircherBurkhardt

Für ThyssenKrupp Steel Europe in Duisburg war es ein historischer Moment. Nach 21 Jahren Dauerbetrieb wurde der Hochofen 2 in Duisburg-Schwelgern im Juni runtergefahren – oder wie der Fachmann es nennt: Die erste Ofenreise endete. Ab diesem Zeitpunkt war auf dem Gelände des Duisburger Stahlunternehmens ein reges Treiben aus Beschäftigten und Fachleuten von Partnernfirmen zu beobachten.

Rund 7.000 Tonnen Feuerfestmaterial verbaut

Hauptbestandteil der rund 200 Mio. Euro teuren Investition war die Ausmauerung des Gefäßes. Hierzu wurden mehr als 7.000 Tonnen Feuerfestmaterial benötigt. Um die rasche Fertigstellung zu gewährleisten, arbeiteten zeitweise mehr als 1.000 Personen auf der Baustelle – und das gleichzeitig. Weil man einen Hochofenprozess nicht „mal eben so“ stoppen kann, wurde die vorübergehende Stilllegung auch dazu genutzt, die Kühlung des Ofengeräts auf den neusten technischen Stand zu bringen, eine Gießhalle zu renovieren und weitere Komponenten, wie die Gichtgasentspannungsturbine zu reparieren. Diese sorgt dafür, dass aus dem Überdruck, der an der Gicht im Hochofen entsteht, Strom erzeugt wird.

20-jährige Reise gestartet

Am vergangenen Samstag hat sich der Hochofen Schwelgern 2 nun wieder „angeblasen“. Geht alles gut, dauert die zweite Reise mindestens ebenfalls 20 Jahre. Bei Temperaturen von rund 2.000 Grad Celsius werden ab sofort Tag für Tag rund 12.000 Tonnen Roheisen erschmolzen – eine der Grundlagen für hochqualitativen Stahl aus Duisburg.

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Portrait_Bender_Juni_2013_500x500Über den Autor: Marvin Bender ist Referent für Online-Kommunikation und Public Affairs im Stahl-Zentrum in Düsseldorf. Neben dem bloggen, twittert er für @stahl_online und betreut stahl-online.de.

 


Foto: Ein seltener Blick – Der Hochofen Schwelgern 2 von Innen. © ThyssenKrupp Steel Europe

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Hochofen
Roheisen- und Rohstahlerzeugung
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