stahl-blog.de - Stahl im Fokus

Samstag, 18. November 2017
18. März 2014 | 12:38

Die Energiewende darf die Wettbewerbsfähigkeit nicht gefährden

Die Stahlindustrie fordert schon seit einigen Jahren eine Energie- und Klimapolitik, die industrielle Erfordernisse stärker berücksichtigt. Der rapide Anstieg der Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien (EEG) hat in Deutschland zu Strompreisen auf Rekordniveau geführt. Reformen für eine kosteneffiziente Förderung und Heranführung der erneuerbaren Energien an den Markt sind daher unerlässlich. Damit die Energiewende ohne Schaden für den Industriestandort Deutschland gelingen kann, sind Entlastungen der energieintensiven Industrien unverzichtbar. Ohne diese würde allein die Stahlerzeugung in Deutschland mit EEG-Kosten von jährlich mindestens einer Milliarde Euro belastet. Eine international wettbewerbsfähige Stahlproduktion wäre bei weiter steigenden Energiekosten nicht mehr möglich – zumal die Lage auf dem weiterhin belastet wird durch die Nachwirkungen der Euro-Staatsschuldenkrise und der noch nicht bewältigten wirtschaftlichen Anpassungsprozesse in einigen Ländern der EU.

Deutschland ist der größte Stahlhersteller in der EU und der siebtgrößte Stahlhersteller der Welt. Als Basisindustrie hat die Stahlbranche eine besondere Bedeutung für die Wertschöpfungsketten und ist zudem das Rückgrat der deutschen Volkswirtschaft.

Als Basisindustrie hat die Stahlbranche eine besondere Bedeutung für die Wertschöpfungsketten und ist zudem das Rückgrat der deutschen Volkswirtschaft.

Die Europäische Kommission will im Rahmen eines Beihilfeverfahrens drastische Einschnitte bei den EEG-Entlastungen erzwingen. Die  Härtefallregelung ist ein teilweiser Ausgleich für politisch bedingte Energiekostensteigerungen, die Wettbewerber in anderen Ländern nicht zu tragen haben. Die Europäische Kommission darf nicht ein Beihilfeverfahren dazu ausnutzen, um in nationale Energie- und Industriepolitik einzugreifen.

Unternehmen der Stahlindustrie sind selbst auch Stromerzeuger. Die Erzeugung von Strom aus Prozessgasen der Stahlherstellung hilft, Treibhausgas-Emissionen einzusparen. Um die Wirtschaftlichkeit der Restenergienutzung nicht zu beeinträchtigen und künftige Investitionen zu verhindern, sollte diese ökologisch effiziente Form der Eigenstromerzeugung von den Kosten der erneuerbaren Energien weiterhin ausgenommen bleiben.

Branchen wie die Stahlindustrie stehen als Grundstoffindustrien am Beginn nachhaltiger industrieller Wertschöpfungsnetzwerke und sind somit Grundlage des Geschäftsmodells, das Deutschland stark gemacht hat. Stahl ist mit weitem Abstand der am meisten eingesetzte Konstruktionswerkstoff und unverzichtbar für viele innovative Produkte, die auch den deutschen Exporterfolg möglich machen.

Die ungekürzte Originalfassung des Beitrags und viele weitere finden Sie im Magazin „Stahl unter Strom – Auswirkungen der Energiepolitik auf die Stahlindustrie“ auf stahl-online.de.

KerkhoffÜber den Autor: Hans Jürgen Kerkhoff ist Präsident und Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung Stahl und Vorsitzender des Stahlinstituts VDEh.

 

Drucken:
Teilen:

Tags
Energieintensive Industrien
Energiewende
Wettbewerbsfähigkeit

Hinterlassen Sie einen Kommentar: