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Montag, 25. September 2017
19. Juli 2017 | 11:12

Botschafter für Stahl: Die Miele & Cie. KG

Kühlschrank, Waschmaschine, Wäschetrockner oder Geschirrspüler – kein Haushalt in Deutschland kommt heute ohne Hausgeräte, die sogenannte „Weiße Ware“, aus. Für seine Innovationen und die Langlebigkeit der Produkte ist der Premiumhersteller Miele mit Sitz in Gütersloh weltbekannt. Der Global Player vertraut auf langfristige Partnerschaften mit Stahlunternehmen aus Deutschland.

Alles begann im Jahr 1899: Im westfälischen Herzebrock gründeten Carl Miele und Reinhard Zinkann das Unternehmen Miele, welches zunächst Milchzentrifugen und Buttermaschinen fertigt. 15 Jahre später setzten sie das gesammelte Know-how ein, um die erste Wassermotor-Waschmaschine zu entwickeln. 1929 folgte die erste elektrische Geschirrspülmaschine Europas. Das Gerät hatte jedoch kaum etwas mit den heute verfügbaren Modellen zu tun. Damals wurde das Geschirr von oben in einen runden Bottich eingefüllt. Ein Elektromotor im Boden der Maschine trieb die Sprüharme an, die das Geschirr mit Wasser bespritzte. Seitdem haben zahlreiche Innovationen die Handhabung und die Effizienz der praktischen Haushaltshilfen umfassend verbessert: Der Wasserverbrauch hat sich seit 1980 von 40 Litern pro Spülgang deutlich verringert. Moderne Modelle spülen bereits ab 6,5 Liter Wasser. Auch der Stromverbrauch ist mit deutlich unter 1 kWh nur noch halb so hoch wie vor rund 40 Jahren.

Made of Steel

Egal ob Waschmaschine, Wäschetrockner, Geschirrspüler oder Kühlschrank: Stahl ist für hochwertige Hausgeräte „made by Miele“ unverzichtbar. Dabei wird ein großer Teil des Werkstoffs für die Gehäuse eingesetzt. Welche hohen Anforderungen das von den Stahllieferanten fertig beschichtete Stahlblech erfüllen muss, ist nur wenigen klar. Es kommt hier nicht nur auf eine makellos gearbeitete Oberflächenstruktur an, sondern auch auf optische Aspekte, wie Glanzgrad und Gleichmäßigkeit der Oberfläche. Dass Stahlproduzenten aus Deutschland für die hohen Anforderungen besonders zuverlässige Partner sind, weiß Dr. Thorsten Störmer, der bei Miele für den Stahleinkauf zuständig ist: „Für unsere Produkte benötigen wir makelloses Vormaterial. Hinsichtlich Qualität, Zuverlässigkeit und insbesondere aufgrund der kurzen Entfernung geringen Koordinationsaufwände sind die Stahllieferanten aus Deutschland unschlagbar.“

Innovationspartner Stahlindustrie

Doch wer glaubt, die Werkstoffentwicklung und die Möglichkeiten für den Stahleinsatz in der „Weißen Ware“ seien bereits erschöpft, der irrt. Kontinuierlich entwickelt Miele seine Produkte weiter. Manchmal entstehen so auch werkstoffseitig ganz neue Lösungen. Um der EU-Verordnung zum Wärmeschutz gerecht zu werden, entwickelte das Unternehmen gemeinsam mit Stahlherstellern beschichtete Bleche, die verhindern, dass zu viel Wärme über die Gehäuse abgegeben wird. Dies ist besonders bei Wäschetrocknern wichtig, damit der Verbraucher das Gerät energiesparend und sicher nutzen kann.

Ein Blick in die Produktion bei Miele in Gütersloh | Foto: Miele & Cie. KG

Das Innovationspotenzial von Hausgeräten ist aber nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich. Schaut ein Laie zum Beispiel in eine Waschmaschine, erkennt er kaum einen Unterschied zwischen verschiedenen Modellen. Doch Waschmaschinentrommel ist nicht gleich Waschmaschinentrommel. Das zeigte Miele bereits vor einigen Jahren mit der Erfindung einer besonders wäscheschonenden Lösung. Da brachte der Premiumhersteller eine Edelstahltrommel mit einer wabenförmig strukturierten Oberfläche sowie reduzierter Lochanzahl und -größe auf den Markt. Dadurch wird das Wasser im Innenraum „mitgenommen“. Die Folge: In der Trommel entsteht ein Wasserfilm, auf dem die Wäsche gleitet. Die Textilien werden somit noch besser geschont. Längst wird die wäscheschonende Trommel bei Miele serienmäßig produziert und wurde 2013 nochmals weiterentwickelt. Das ist nur ein Beispiel für den Erfindergeist der Ostwestfalen, die für diese Konstruktion 2003 mit dem Stahl-Innovationspreis ausgezeichnet wurden. Das völlig neue Umformverfahren, mit dem die einzigartigen Oberflächeneigenschaften eingestellt werden, wurde damals in Absprache mit einem Stahlhersteller aus Deutschland entwickelt.

Zuverlässige Geschäftsbeziehungen

Wie wichtig Stahl „made in Germany“ für einen Global Player wie Miele ist, erklärt Thorsten Störmer: „Wir legen großen Wert auf langfristige Partnerschaften mit unseren Lieferanten.  Zuverlässigkeit, ein guter Umgang miteinander, aber auch ein Stück weit Neugier auf Neues sind die Kriterien, nach denen wir unsere Partner aussuchen. Wir haben zudem einen hohen Anspruch was Nachhaltigkeit angeht. Der Werkstoff, aber auch die Transparenz in den Lieferketten machen die hiesigen Stahlunternehmen zu unseren ersten Ansprechpartnern.“ Damit Miele sein Versprechen „Immer besser“ auch in Zukunft erfüllen kann, sind hochwertige Stahlerzeugnisse und zuverlässige Geschäftsbeziehungen wichtig. Die Stahlindustrie in Deutschland ist für beides bekannt.

Dieser Beitrag ist zuerst in Ausgabe I/2017 von „Stahl – Das Magazin“ erschienen.

Portrait Bender 2015Über den Autor: Marvin Bender ist in der Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit u.a. für die Onlinekommunikation zuständig. Neben dem bloggen twittert er für @stahl_online und betreut stahl-online.de.


Beitragsbild: Miele & Cie. KG

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