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Donnerstag, 22. November 2018
4. April 2018 | 15:51

Botschafter für Stahl: Die Liebherr-Werk Ehingen GmbH

Große Lasten hochheben – für die Mobil-, Gittermast- und Raupenkrane aus dem Liebherr-Werk in Ehingen an der Donau kein Problem. Der zu den weltweit größten zählende Baumaschinenproduzent setzt auf hochwertige Stähle aus Deutschland, die eine enorme Belastbarkeit der Krane bei gleichzeitig geringem Eigengewicht ermöglichen.

Als sich Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg noch im Wiederaufbau befand, hatte der Bauunternehmer Hans Liebherr eine Idee, die die Art und Weise, Gebäude in besonders dicht besiedelten Gebieten zu bauen, maßgeblich verändern sollte. Gemeinsam mit Konstrukteuren und Handwerkern erfand er 1949 den ersten mobilen Drehkran. Der Vorteil: Das Modell mit der Bezeichnung TK 10 ließ sich leicht transportieren und vor Ort aufbauen. Noch im selben Jahr eröffnete Liebherr die erste Produktionsstätte in Kirchdorf und machte das einstige Bauunternehmen zu einem Baumaschinenhersteller, der weltweit für Innovation und Qualität geschätzt wird. Bis das Werk in Ehingen eröffnete, dauerte es noch weitere 20 Jahre. Liebherr profitiert zu dieser Zeit von vollen Auftragsbüchern und exportiert Krane in die ganze Welt. Die angeschlossene Forschungs- und Entwicklungsabteilung sorgt seit nunmehr fast 50 Jahren für immer neue Modelle mit steigenden Traglasten in den unterschiedlichsten Einsatzgebieten. Seit den 1990er-Jahren spielt auch das Thema Leichtbau eine zunehmende Rolle.

Mit Stahl hoch hinaus

Immer höhere Bauwerke und schwer zugängliche Baustellen. Für den Kranhersteller aus Baden-Württemberg kommen ständig neue Herausforderungen hinzu. Diese lassen sich mit Ingenieur-Know-how und Stählen, die den hohen Anforderungen gerecht werden, bewältigen. Besonders hochfeste Stähle leisten einen entscheidenden Beitrag für Krane, die hohe Traglasten stemmen können, jedoch nicht zu dem Preis eines höheren Gewichts. „Grundlage für die Fortschritte in der Krantechnik ist besonders die intensive Forschung an immer noch festeren Feinkornbaustählen, in Kooperation mit unseren Stahllieferanten und diversen Forschungsinstituten“, erklärt Joachim Henkel, Abteilungsleiter Statik.

Höchste Qualität der Stahlprodukte

An der Erfolgsgeschichte Made in Germany des Baumaschinenherstellers haben die Werkstofflieferanten einen großen Anteil. Die Grundlage für die hochbelastbaren Stahlsorten wird bereits in der Rohstahlerzeugung gelegt. Weiteren entscheidenden Einfluss auf die Eigenschaften des Werkstoffs haben auch der Wärmebehandlungs- und Walzvorgang. Die einzelnen aufeinander abgestimmten Prozessschritte sorgen für Stahlerzeugnisse, die den Anforderungen des innovativen Kranbaus in Sachen Festigkeit, Zähigkeit, Gewicht und Schweißbarkeit gerecht werden. Qualität ist das A und O, wenn es um Stahl geht. Allein daher schätzen wir die langfristigen Partnerschaften mit unseren Lieferanten“, betont Stefan Dambacher, Leiter Einkauf. „Da gehen wir keine Kompromisse ein.“

Zukunft Leichtbau

Wie bei anderen Fahrzeugen auch, spielt geringeres Gewicht eine immer größere Rolle. „Besonders wegen des Umweltschutzes lohnen sich die Bemühungen, unsere Krane immer leichter zu bauen“, so Bernd Boos, Konstruktionsleiter Teleskopkrane. „Schließlich bedeutet weniger Eigengewicht zum Beispiel einen geringeren Kraftstoffverbrauch und höhere Traglasten. Das freut den Kunden – auch im Hinblick auf die Kosten.“ Welche Fortschritte bezüglich des Gewichts und der Traglast in den vergangenen Jahren erreicht wurden, zeigt sich am Beispiel moderner Gittermastkrane. Diese besitzen heute das Mehrfache an Tragfähigkeit im Vergleich zum Eigengewicht der Tragkonstruktion und können Lasten über 3.000 Tonnen heben. Das entspricht dem Gewicht von acht Flugzeugen des Typs Airbus A380.

Große Fertigungstiefe bei zahlreichen Komponenten

Die Qualität des Vormaterials ist für Liebherr von entscheidender Bedeutung. Großen Wert legen die Baden-Württemberger neben immer neuen Produktinnovationen auch auf selbst entwickelte Verarbeitungstechnologien und eine hohe Fertigungstiefe innerhalb der Firmengruppe. So vertraut Liebherr etwa bei der Fertigung von Dieselmotoren, Hydraulikkomponenten und weiterer Antriebstechnik den konzerneigenen Komponentenherstellern. „So können wir unseren eigenen hohen Anforderungen gerecht werden“, erklärt Dambacher. Dass Kranbau der Marke Liebherr eine Erfolgsgeschichte Made in Germany ist, zeigt auch eine beeindruckende Zahl: Weltweit sind rund 30.000 Mobilkrane aus dem Werk in Ehingen im Einsatz. Und damit auch Stahl aus Deutschland.

Zum Unternehmen: Die Liebherr-Werk Ehingen GmbH mit Sitz in Ehingen an der Donau gehört zur Liebherr Firmengruppe, die in weiteren Geschäftsfeldern aktiv ist. Mit einem Weltmarktanteil von 45 Prozent bei All-Terrain-Kranen und einem Umsatz von 1,7 Milliarden Euro jährlich zählt das Unternehmen zu einem der größten Kranlieferanten der Welt. Auf dem
850.000 Quadratmeter großen Werksgelände fertigen rund 3.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 1.400 Krane pro Jahr.

Dieser Beitrag ist zuerst in Ausgabe I/2018 von „Stahl – Das Magazin“ erschienen.

Portrait Bender 2015Über den Autor: Marvin Bender ist Pressesprecher bei der Wirtschaftsvereinigung Stahl in Düsseldorf.


Beitragsbild: Liebherr-Werk Ehingen GmbH

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